Bisher waren Google Maps und Google Earth zwei paar Schuhe: Google Maps, um Straßenkarten zu betrachten, Routen zu planen und auf Wunsch das Ganze auf Satellitenfotos projeziert. Google Earth dagegen ließ die klassische Kartenansicht außen vor und ermöglichte es dem Nutzer in jeder beliebigen Perspektive über die Satellitenfotos zu fliegen, achtete gleichzeitig die Krümmung der Erdoberfläche in den niedrigeren Zoomstufen und entzückte in der Nahansicht zum Teil mit modellierten 3D-Modellen bedeutender Gebäude.
Gleichzeitig war Google Maps an den Webbrowser gebunden, für Google Earth dagegen musste man die Google Earth-Software auf dem eigenen Rechner installiert haben.
Nun scheint Google jedoch nicht nur an einer Integration von Google Earth in Maps zu arbeiten, sondern mit dieser Entwicklung schon relativ weit fortgeschritten zu sein. In der offiziellen Version unter maps.google.de ist dieses vermutlich noch nicht vollständig fertige Extra freilich noch nicht enthalten. Aber dem aufmerksamen Suchmaschinennutzer mag vielleicht schon Googles ausführliche Berichterstattung über die Olympischen Spiele 2008 in Peking aufgefallen sein.
Und genau dort liegt der Schlüssel zu einem Blick auf das in Maps integrierte Google Earth. Auf einer der Seiten zu den Sommerspielen 2008 findet sich eine Karte. Man könne alles über die Spiele bei Google Maps finden, heißt es dort. Um Google Earth in Maps zu erleben, ist es nun nötig von der Medaillen-Übersicht auf die Auswahlen »Ergebnisse« oder »Stadien« zu wechseln. Neben den klassischen Maps-Schaltflächen »Karte« und »Satellit« erscheint dann die Auswahl »Earth« mit dem Hinweis darauf, dass das neu ist. Dort muss man schließlich noch ein Plugin installieren, das einen endlich in den Genuss von Google Earth im Webbrowser bringt.
Einstellmöglichkeiten für das Verhalten der Kartenansicht, wie von der PC-Software gewöhnt, gibt es nicht. Dafür aber die gewohnten drei Regler für die Blickrichtung: Himmelsrichtung, Neigung, Zoom, Verschieben des Kartenausschnittes – das Wesentliche ist dabei. Gleichzeitig sind an einigen der Olympia-Orte noch Youtube-Videos eingebunden.
Wann dieses Google Earth-Plugin dem Nutzer ermöglicht, auch beim normalen Google Maps die dreidimensionale Ansicht zu genießen, bleibt abzuwarten. Wenn die Tests während Olympia aber erfolgreich abgeschlossen werden, sollte die Wartezeit nicht mehr allzu lang sein.
Gleichzeitig hat Google mit der neuen 4.3 Beta-Version von Google Earth die StreetView Straßenansicht in die Earth-Software integriert und ermöglicht damit den 360°-Rundumblick in Städten der USA, Japans und Australiens. Auch die Route der Tour de France 2008 wurde bereits entsprechend fotografiert und veröffentlicht.