DJ UPDATE: Heidelberger Druck rechnet mit Umsatzzuwachs im 4Q
(NEU: CEO und CFO in Telefonkonferenz)
Von Matthias Karpstein und Nico Schmidt
DOW JONES NEWSWIRES
MÜNCHEN (Dow Jones)--Nachdem die krisengebeutelte Heidelberger Druckmaschinen AG im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2009/10 einen leichten Aufwärtstrend bei Auftragseingang und Umsatz verspürt hat, rechnet der Maschinenbauer mit einer weiteren Erholung im Schlussquartal. Das vierte Quartal werde im Vergleich zu den ersten drei Quartalen einen leichten Umsatzzuwachs bringen und ein positives operatives Ergebnis liefern, sagte Finanzvorstand Dirk Kaliebe am Dienstag während einer Telefonkonferenz.
Die Jahresprognose wollte der MDAX-Konzern dennoch nicht anheben. Die Heidelberger rechnen weiterhin mit einem Umsatz deutlich unter dem Niveau des Geschäftsjahres 2008/09, als noch rund 3 Mrd EUR umgesetzt wurden. Das operative Ergebnis ohne Sondereinflüsse werde zwischen minus 110 Mio und minus 150 Mio EUR liegen, bestätigte das Unternehmen zur Vorlage der Drittquartalszahlen. Im Vorjahr hatte das operative Minus bei 49 Mio EUR gelegen. Vorstandsvorsitzender Bernhard Schreier rechnet damit, dass für sein Unternehmen nach dem Ende der Krise wieder ein Umsatzniveau von 3 Mrd EUR erreichbar ist. Derzeit befinde sich der Maschinenbauer "in der schwersten Absatz- und Branchenkrise der Unternehmensgeschichte", sagte Schreier. In den USA seien die Werke zu weniger als 70% ausgelastet und damit auf einem Allzeittief. In Deutschland liege die Auslastung bei rund 80% und damit ebenfalls niedriger als im Vorjahr.
Schreier zufolge muss es im Markt für Druckmaschinen eine Konsolidierung geben. Zu möglichen Gesprächen wollte er sich jedoch nicht näher äußern. Bezüglich einer Kapitalerhöhung habe sein Unternehmen derzeit "keine Ambitionen". Trotz der momentan schwierigen Lage der Branche sprach Schreier mit Blick auf die Zukunft von Heidelberger Druck von "positive Aussichten". Der Konzern habe seine Kosten im Griff. Weiter ausbauen will Schreier das Servicegeschäft, weil es sich als "stabiles Element in unserem zyklischen Geschäft" erwiesen habe. Derzeit arbeite der Konzern an neuen Dienstleistungen des Vertriebs- und Servicenetzes. Als Beispiele nannte Schreier den Digitaldruck sowie die Logistik und Versorgung der Druckereien. Mit dem Ausbau des Servicegeschäfts wolle sich das Unternehmen auf die nächste Krise vorbereiten.
Im abgelaufenen dritten Quartal schrieb Heidelberger Druck zwar erneut einen Verlust, konnte die anhaltende Talfahrt bei den Neuaufträgen aber stoppen. Die Neubestellungen stiegen erstmals seit mehreren Quartalen auf 609 (Vorjahr: 560) Mio EUR.
Dies liegt nicht zuletzt auch an den bereits im Vergleichsquartal schwachen Neubestellungen. Da einige Zeit vergeht, bis sich neue Aufträge auf der Umsatzseite niederschlagen, verbuchte Heidelberger Druck erneut ein deutliches Einnahmenminus: Die Erlöse schrumpften im Zeitraum zwischen Oktober und Dezember auf 578 (750) Mio EUR. Damit fiel der Rückgang allerdings etwas geringer aus als noch im ersten Halbjahr, als das Minus bei gut einem Viertel gelegen hatte.
Ergebnisseitig fielen die Zahlen einmal mehr düster aus: Der um Sonderfaktoren bereinigte Betriebsverlust (EBIT) lag bei 13 (0) Mio EUR. Nach Sonderposten erzielten die Heidelberger allerdings ein Plus von 17 Mio EUR, nachdem im Vorjahresquartal noch ein Verlust von 8 Mio EUR angefallen war. Dabei profitierte das Unternehmen von der Auflösung von Rückstellungen für den Stellenabbau.
Nach Steuern schrieb Heidelberger Druck einen Verlust von 11 (24) Mio EUR. Neben dem teuren Sanierungsprogramm und dem deutlichen Einnahmenschwund sind vor allem auch die hohen Finanzierungskosten für die roten Zahlen verantwortlich.
Mit den Drittquartalszahlen übertraf Heidelberger Druck die Markterwartungen. Analysten hatten bei Einnahmen von 541 Mio EUR ein bereinigtes operatives Minus von 31 Mio EUR erwartet. Den Nettofehlbetrag hatten die Branchenexperten auf 37 Mio EUR geschätzt.
"Auftragseingang und Umsatz zeigen im dritten Quartal einen leichten Aufwärtstrend", sagte Schreier: "Vor allem in China und Deutschland konnten wir ordentliche Geschäftserfolge erzielen." Da sich die Druckereien aber mit Investitionen weiter zurückhielten, sei eine nennenswerte Erholung noch nicht zu erkennen.
Webseite: www.heidelberg.com
-Von Matthias Karpstein und Nico Schmidt,
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February 09, 2010 05:32 ET (10:32 GMT)
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